Liebe gesetzlich versicherte Patienten!

 

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Alle Jahre wieder....im Januar benötigen Sie neue Befreiungsausweise, falls Sie von der gesetzlichen Zuzahlungspflicht befreit sind. Immer ab 01.01. eines jeden Jahres benötigen wir das Vorzeigen neuer Ausweise Ihrer Krankenkasse von Ihnen oder das Zahlen der Rezeptgebühr wird fällig (evtl. bis zu dem Zeitpunkt, an dem Sie den Höchstbetrag im Bezug auf Ihr Einkommen gezahlt haben.)

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Wir möchten Sie auf dieser Seite darüber aufklären, wieso es so wichtig ist -und keinesfalls eine Schikane von uns darstellt- das Ihre Rezepte zur Therapie/Heilmittelverordnung korrekt und vollständig von Ihrem Arzt ausgestellt sind. Der Heilmittelkatalog, nach dem sich die Verordnungen richten müssen, hat viele Regeln, die eingehalten werden müssen und möglichst so, dass Sie sich unnötige Wege zum Arzt und Ärger ersparen können.

Der Heilmittelkatalog ist sehr umfangreich, daher können wir hier nur eine kleine Grundlage vermitteln, um die am häufigsten vorkommenden Fehler aufzuzeigen.

 

Der Heilmittelkatalog hat versch. Kapitel mit den Themen:

a) Erkrankungen der Stütz- und Bewegungsorgane

b) Erkrankungen des Nervensystems

c) Erkrankungen der inneren Organe

d) Sonstige Erkrankungen

Jedes Thema hat versch. Indikationen und Indikationsschlüssel, die Sie auf dem Rezept sehen können. Somit muß der Indikationsschlüssel genau zum Thema und zur Diagnose passen, sowie die festgelegte Verordnungsmenge insges. und auch in den Folgeverordnungen im Regelfall, sowie die Anzahl pro Woche und das jeweils ausgewählte Heilmittel (Krankengymnastik,Manuelle Therapie, Wärme etc....)--es darf immer nur ein sog. Vorrangiges Heilmittel und ein ergänzendes Heilmittel gleichzeitig verordnet werden.

 

Beispiel:

 

Wir beginnen mit der Diagnosegruppe/ Thema a) Wirbelsäule : Indikationsschlüssel WS1:

D.h. Wirbelsäulenerkrankungen mit prognostisch kurzzeitigem Behandlungsbedarf:

Wichtig: Verordnungsmenge darf hier in der Erst-Verordnung nur 6 Behandlungen sein. Die Gesamtverordnungsmenge im Regelfall ist auch nur 6x.

Die Frequenzempfehlung laut Heilmittelkatalog ist hier mind. 2x wöchentl..

Ein Wechsel von WS1 ist nur in WS2 möglich, nicht umgekehrt od. ähnliches.

Vorrangige Heilmittel sind hier: KG/MT/KMT/KG-Gerät

Ergänzende Heilmittel sind hier: Traktion/Wärmetherapie/Kältetherapie/Elektrotherapie...

In diesem Regelfall WS1 darf es also keine Folgeverordnung geben--Sie wäre in jedem Fall ungültig! Möchte ein Arzt nach 6x weiterverordnen, muß er den Regelfall in WS2 wechseln und kann dann weiter verordnen (insgesamt bis zu 18 Einheiten, aber davon für Massage nur bis zu 10 Einheiten).

Warum so kompliziert?--Gute Frage-und keine Antwort.Es ist wie es ist.

Bsp. : verordnet nach 6x ein anderer Arzt, zählt die erste Verordnung immer mit!!!

Also : anderer Arzt, bedeutet nicht automatisch ein neuer Regelfall--ganz und gar nicht!!! Auch wenn es dann die erste Verordnung dieses Arztes ist, der Kollege vorher (es zählen alle Verordnungen innerhalb der 3 vergangenen Monate mit) zählt immer mit!!! Dies ist ein häufig nicht verstandenes Problem--und am Ende bekommen wir Physio´s kein Geld für unsere abgegebene Leistung, nur weil die Verordnung falsch war od. der Dr. XY nicht abändern wollte. Dabei ist für die Ärzte das richtige Verordnen im Hinblick auf Regresszahlungen genauso wichtig, wie für uns ! Wir sitzen also alle im gleichen Boot.

 

Generell ist übrigens eine Verordnung 14 Tage gültig, sollte also innerhalb dieser 14 Tage begonnen werden; Ausnahme: im Feld: Behandlungsbeginn bis spätestens am...kann der Arzt ein Datum seiner Wahl einsetzten und somit der Verordnung eine längere Gültigkeit geben.

Unterbrochen werden darf das angefangene Rezept mit Begründung nur max. 10Tage.

 

Beispiel: Manuelle Lymphdrainagen

 

Bei Verordnungen zur Manuellen Lymphdrainage muß die Zeitangabe der Behandlung auf dem Rezept vermerkt sein!

Es gibt die Möglichkeiten : 30, 45 und 60 Minuten MLD zu verordnen.

Zusätzlich kann die Kompressionsbandage auf dem gleichen Rezept verordnet werden, nur bei der MLD 60Min. ist diese bereits mitinbegriffen, falls erforderlich.

Um die Kompressionsbandage ausführen zu können, benötigt man Kompressionsbandagen-Materialien, welche auf einem extra Rezept für Hilfmittel verordnet werden muß und in der Apotheke eingelöst werden kann. Es gibt auch sog. Lymphsets Arm oder Bein, die sehr praktisch sind. (Firma Lohmann+Rauscher z.B.) Wir beraten Sie da gerne.

Wenn eine Kompressionsbestrumpfung auf Dauer nötig ist, sollte diese in Zusammenarbeit mit uns und dem Sanitätshaus erfolgen und besprochen werden.

Termine im Sanitätshaus zur Vermessung, sollte immer im Anschluß an eine Behandlung bei uns erfolgen, oder morgens ganz früh!

 

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Wir, also wir Heilmittelerbringer werden von den Krankenkassen als deren "Vertragspartner" bezeichnet.

Eine Partnerschaft sollte immer auf Gegenseitigkeit beruhen.

Im Allgemeinen werden unsere Honorare für ordnungsgemäß erbrachte Leistungen von den gesetzlichen Krankenkassen im Sinne partnerschaftlicher Zusammenarbeit anstandslos bezahlt.

 

Leider gibt es beispielsweise eine "Gesundheitskasse", die den Begriff der Partnerschaft anders definiert und uns unsere Honorare für bereits erbrachte

Leistungen vollständig vorenthält, wegen auch nur allerkleinsten übersehenen Formfehlern, die dem Arzt bei der Ausstellung der Verordnung unterlaufen sind.

Krankenkassen, die uns als Vertragspartner respektieren, senden uns beanstandete Verordnungen zurück und geben uns die Chance, diese nach erfolgter ärztlicher Korrektur erneut einzureichen.

Sollten Sie bei einer uns nicht partnerschaftlich gesonnenen Krankenkasse versichert sein, bitten wir Sie um Ihr Verständnis, dass Sie ggf. mit Ihrer Verordnung vor Behandlungsbeginn, bei Ihrer Kasse eine Bestätigung der Gültigkeit vorab schriftlich einholen müssen.

Wir arbeiten wirklich gerne, oft unterbezahlt - aber nicht umsonst!

 

 

 

 

 

 

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